Anfang 2007 stellte sich heraus, dass unser Malinois-Rüde Flesh ein Hyperallergiker ist und unter anderem auf Futtermittel reagiert. Da der junge Hund noch im Wachstum war, und der Hormonhaushalt dementsprechend noch nicht ausgependelt, war ich von der Idee eines Allergietests nicht so angetan. Was tun? Mein Tierheilpraktiker sagte darauf schlicht: "Füttere ihn doch mal frisch ... mach eine Ausschlussdiät."
Mir fiel nur der große Aufwand ein, der damit verbunden war, da ich bereits einmal einen Hund aus ähnlichen Gründen roh fütterte. Aber egal, dem Hund sollte es ja wieder gut gehen, was tut man nicht alles.

Frostfleisch ist angekommen...
Dürfen wir auspacken?
So pilgerte ich dann in den Supermarkt und zu unserem Metzger und schrieb mir in einem Forum den Frust von der Seele. Als Resonanz erhielt ich unfassbar viele Tipps und Ratschläge, sowie Informationen, wie und wo gutes Rohfutter zu beziehen wäre.
So gelangte ich auf die Seite von Hund & Sport und war überrascht: So teuer ist es ja gar nicht! Ich beauftragte meinen Mann, mal durchzurechnen, ob es möglich wäre, alle so zu füttern, das waren immerhin zu dem Zeitpunkt sechs Hunde mit einem Durchschnittsgewicht von 23 kg. Es war und ist!
Mittlerweile füttern wir neun Hunde roh!
Der Anfang war noch etwas kompliziert: was wann und wieviel von was .... aber nach kurzer Zeit schon pendelte sich das Futterritual bestens ein.
Dem Rüden geht es sehr viel besser durch die Rohfütterung und auch die anderen Hunde sehen prächtig aus! Die Leistungsfähigkeit hat sich gesteigert - sieben nordische Hunde machen bei uns das Gelände unsicher - und als angenehmer Nebeneffekt sind nicht Massen an Output täglich zu beseitigen. ; -))
Sehr interessant waren die unterschiedlichen Reaktionen der Hunde auf die Futterumstellung:
- Verweigern aufgrund der Tatsache, dass keine Lockstoffe den Hund zum Fressen animieren
- regelrechte Entgiftungsanzeichen wie stumpfes, schuppiges Fell, tränende Augen, übelriechender Kot, usw.
- extrem geringere Wasseraufnahme
- Aktivitätsanstieg, usw.
Nach Gewöhnung (man muss bei dem einen oder anderen Hund schon mal 8 Wochen warten!) das Ergebnis:
- super Fell, sogar die weißen Hunde glänzen wie Speckschwarten!!
- alle Hunde fressen IMMER (bei aktiven Schlittenhunden extrem wichtig!)
- die Hunde "riechen" nicht mehr
- sie haaren kaum!
- Pfoten geschmeidig, Zähne sauber, Krallen fest
Nie wieder anders! Und finanziell ist es kein Thema, neun Hunde roh zu füttern, im Gegenteil: Im Grunde spart es den einen oder anderen Gang zum Tierarzt, denn sie sind einfach fit!
Im Laufe der Zeit haben wir uns einiges an Wissen angeeignet was die Rohfütterung betrifft und konnten schon diverse Hundehalter davon überzeugen, auch so zu füttern. Keiner hat es bisher bereut!
Allein durch die individuellen Möglichkeiten, über bestimmte Zusätze Mängel oder Anfälligkeiten zu "beheben" oder auszugleichen ist eine tolle Sache! Wurmprophylaxe, Futtermittelallergien, Vorbeugung von Gelenkproblemen, Magen-Darm-Schwächen, Hautparasiten, all das ist in vielen Fällen per Fütterung machbar oder behebbar.
Natürlich ersetzt die Rohfütterung den Tierarzt nicht, aber sie kann dazu führen, dass er einen nicht mehr als "Familienmitglied" begrüßt wegen zu häufiger Anwesenheit in seinem Wartezimmer. ;-))