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Jule und Veit aus schlechter Haltung
von Nadine Wagner (Dezember 2007)
Jule
Jule

Ich teile mein Leben mit meinen beiden Hunden und meinen beiden Katzen.

Jule, eine 13 Jahre alte Schäfermixhündin, ehemaliger Kettenhund, lebt seit zwei Jahren bei mir.

Veit, ein Ridgeback-Mix, 2 ½ Jahre alt, lebt seit Juli 2007 bei mir. Er kommt ursprünglich aus Lanzarote, war sein Leben lang nur im Tierheim ohne großen Kontakt zu Menschen und kannte GAR NICHTS als er zu mir kam, war dazu noch superängstlich.

Jule bekam bei ihrem ersten Besitzer das billigste Trockenfutter aus dem Baumarkt. Als ich sie übernommen habe, war sie krank, verfloht, hatte stumpfes Fell und stank gottserbärmlich. Ich habe ihr dann hochwertigeres Trockenfutter gekauft. Dieses habe ich eingeweicht, bevor ich es ihr hingestellt habe. Anfangs fraß sie es noch recht gut, doch irgendwann hat sie es nur noch angerührt, wenn man ihr ein Goodie rein getan hat, ein Würstchen zum Beispiel. Selbst wenn ich den Napf für Stunden weggestellt hatte, hat sie nur dran gerochen und ist wieder angeekelt davon getrottet. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben!

Irgendwann war es dann nicht nur ein Würstchen, das in den Napf musste, sondern 5 oder 6. Dann habe ich hochwertiges Nassfutter dazu gemischt. Daraufhin bekam sie dann Durchfall. In der Trockenfutterzeit hatte sie sowieso sehr oft Durchfall, Verstopfung oder Blähungen.

Ich habe mich zwischenzeitlich sehr viel mit Hundefutter beschäftigt, über verschiedene Zusammensetzungen, was gut oder schlecht ist und welches Futter das Beste. Ich wäre teilweise fast wahnsinnig geworden, so viele verschiedene Futtersorten! In dem einen fehlt dies, im anderen das, bei einem ist von dem zu viel drin, beim anderen davon zu wenig. Es war furchtbar anstrengend für mich. Natürlich will man auch nicht ständig das Futter wechseln, das ist ja auch nicht gut für den Verdauungstrakt. Also hab ich mich mit dem Thema B.A.R.F befasst. Da wir aber nur eine kleine Tiefkühltruhe hatten, konnte ich noch nicht mit dem Barfen anfangen.

Dann kam ein neuer Freund, mit großer Tiefkühltruhe (na na, jetzt bitte nichts Schlechtes denken, er hat noch andere Qualitäten) und ich konnte loslegen.

Meine erste Bestellung, und die folgenden, habe ich bei Hund & Sport Futtermarkt gemacht. Ich habe radikal umgestellt, also sofort Fleisch und Gemüse-Obstbrei gefüttert. Jule hat es mit Genuss gefressen! Am nächsten Tag stand sie dann schon hüpfend und fiepend hinter mir, als ich das Futter gerichtet habe, es war eine riesige Freude für mich! Dieser alte Hund, mäkeliger Fresser und Gemüsehasser, freute sich wie blöd auf seine Mahlzeit. Endlich wusste ich auch, was in dem Futter drin ist, das mein Hund bekommt.

Veit
Veit

Dann im Juli dieses Jahres bekam ich das OK für einen zweiten Hund. Dieser Tierheimhund kannte gar nichts von der Welt, hatte Angst vor allem, sogar wenn ich geniest habe, und der Kerl ist fast so groß wie ich.

Er hatte zuvor auch Trockenfutter bekommen, war total abgemagert, da der Wechsel von einem spanischen Tierheim in ein deutsches für ihn Stress pur war. Sein Fell war glanzlos und stumpf.

Als ich ihm das erste Mal seine Mahlzeit hinstellte, wollte er nicht fressen. Er hatte Angst vor dem Napf. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn aus der Hand zu füttern. Bei Pansen mit Gemüse-Obstbrei, Hüttenkäse und Öl ist das nicht grade eine Wonne, aber er fraß.

Mittlerweile kann auch er es kaum erwarten, bis ich das Futter gerichtet habe. Sein Fell ist schön seidig und glänzend geworden, genau wie das von meiner alten Jule.

Keiner der Hunde hat mehr Probleme mit Durchfall oder Verstopfung, es sei denn sie fressen während des Spaziergangs irgendwas. Sie haben keine trockene und juckende Haut mehr und keiner lässt sein Futter stehen. Ist der eine fertig, wartet er, bis der andere seinen Napf geleert hat, dann ist Schichtwechsel und beide schlecken den Napf des anderen noch mal aus.

Allerdings sollte ich noch erwähnen, dass mir bei der ersten Zubereitung von B.A.R.F. richtig schlecht geworden ist. An den Duft von frischem Pansen oder Blättermagen früh morgens muss man sich erstmal gewöhnen. Ich kann es aber wirklich jedem empfehlen, es einmal zu versuchen. Meine Hunde hatten selbst mit dieser radikalen Umstellung von Trockenfutter auf B.A.R.F. keinerlei Probleme.

Die Katzen konnte ich leider noch nicht umstellen auf B.A.R.F. Die sind zu mäkelig, was das Futter angeht und ich zu weich, um sie tagelang hungern zu lassen, bis sie es fressen müssen.

Die meisten Freunde und Bekannten halten mich allerdings für bekloppt. Ein Hund, der Hüttenkäse, Buttermilch, Gemüse, Obst, Kokosflocken, richtiges Fleisch und hochwertiges Öl bekommt? Wieso denn kein normales Hundefutter? Ich sage dann immer, dass Wölfe in der Natur auch kein Trockenfutter fressen und dass der Hund ja nachweislich vom Wolf abstammt. Dann frage ich, ob sie täglich bei der großen Fastfood-Kette essen wollten.

Manche können es dann nachvollziehen, andere nicht. Ist mir aber auch völlig egal was andere denken. Mich macht es glücklich und zufrieden, dass ich weiß, was bei meinen Hunden im Napf ist und dass ich selber bestimmen kann, was rein kommt. Nur das zählt.

Jule
Jule

Veit
Veit


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