Colliehündin Aemi
Heidrun Krenz (Januar 2008)
Guten Tag, ich bin Heidi Krenz (49 Jahre alt) und habe eine Colliehündin, Aemi, die jetzt am 15.04.08 drei Jahre alt wird. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Aemi unsere zweite Colliehündin ist, die erste ist nach dreizehn Jahren gestorben.
Nun wollten wir natürlich alles richtig machen, bei einem neuen Familienmitglied. Denn wir wussten ja aus Erfahrung, dass Collies ganz empfindliche Hunde sind, und auf jeglichen Stress oder Nahrungsumstellung mit Durchfall und Brechen reagieren. Aemi bekam bei ihrer Züchterin als Welpenfutter Hills, also gaben wir dies auch weiter, denn nur das Beste sollte sie bekommen.
Es ging auch alles gut, bis sie ca. ein Jahr alt war und auf "Erwachsenfutter" umgestellt werden sollte. Jetzt wiederholten sich alle Erfahrungen, die wir bereits mit der ersten Hündin gemacht hatten. Wir wechselten die Futtermarken, kochten zwischendurch immer wieder Hähnchen und Reis, dann wieder ein neuer Versuch mit neuer Marke. Immer wenn es ein paar Tage gut gegangen war, verweigerte sie das Essen oder ging nur widerwillig an den Napf. Jeder Tag bedeutete Unsicherheit: Geht es gut, oder hat sie Durchfall, Erbrechen oder schleimigen Stuhl.
Zum Glück wurden wir zu jenem Zeitpunkt (Aemi war damals eineinhalb Jahre alt) zum Welpentreffen eingeladen. Hier berichtete ich der Züchterin von unseren Erfahrungen, und sie gab uns den Tipp zum Barfen. Ich hatte hiervon noch nie was gehört und schaute sie ganz ungläubig an, als sie mir berichtete, dass dies Fleisch roh gegeben wird. Am Ende des Tages gab sie mir eine 1-kg-Packung mit und sagte, ich solle dies in kleinen Portionen mit dem anderen Futter austauschen. Wir hatten schon so viel probiert, und Futterpackungen wieder verschenkt, dass ich zu dem Versuch bereit war.
Zu Hause angekommen, bekam Aemi die ersten Fleischstückchen, und, oh Wunder, sie fraß sie mit Appetit. Jetzt setzte ich mich ans Internet und informierte mich auf den unterschiedlichsten Seiten zum Barfen. Mein Mann war noch skeptisch, denn es stellten sich auch die Fragen: Was machen wir im Urlaub, wie ist dies in der täglichen Praxis umzusetzen. Denn schließlich ist Trockenfutter doch sehr bequem. Wir blieben am Ball es dauerte nur eine Woche, dann bekam Aemi abends Fleisch. Noch nie hatte sie jemals zuvor so schnell ihren Napf leer gehabt, also musste es ja schmecken. Morgens bekam sie noch die Reste vom Trockenfutter, aber nur eine kleine Menge. Für uns war das als letzte Sicherheit gedacht, um im Urlaub wieder nur Trockenfutter geben zu können.
Aemi hatte seit der Umstellung nie wieder schleimigen Stuhl oder Durchfall. Die Stuhlmenge reduzierte sich und es stellte sich ein fester Tagesablauf ein, was das Gassi gehen anging, was wir vorher noch nie erlebt hatten. Bei Unsicherheiten, oder wenn es um Nahrungszusätze ging, wandte ich mich hin und wieder an meine Züchterin, die mich immer bestärkte. Dann kamen Bücher hinzu, um mehr über gesunde Hundenahrung zu erfahren.
Natürlich kam es nicht dazu, das Aemi im Urlaub wieder Trockenfutter bekam. Wir sind nach Dänemark gefahren, haben gefrorenes Fleisch mitgenommen, und außerdem bekommt man überall Fleisch in den Geschäften. Und wenn es kein Hundefleisch gibt, dann eben von der Qualität höherwertiges, denn schließlich ist ja Urlaub.
Wenn man heute Aemi sieht, wie sie zu den Fütterzeiten den Napf leert, oder mit welch einer Lust die wöchentliche Beinscheibe verzehrt wird, dann war die Umstellung auf Rohfütterung genau der richtige Weg.
Im ersten halben Jahr habe ich von unserer Fütterungsmethode keinem was gesagt, weil ich viel zu unsicher war, und nicht wusste, wie lange die guten Erfahrungen anhalten würden, und wie die Umwelt auf so was reagiert. Heute ist es mein Mann, der jedem, der es hören möchte, die Fütterungsmethode erklärt, und der aufpasst, das die Beinscheibe beim Wochenendeinkauf nicht fehlt.
Barfen ist nicht aufwendig, das weiß ich jetzt. Unserem Hund bekommt es hervorragend. Stressdurchfälle oder Unverträglichkeiten gibt es nicht mehr.