Jeannette Böker (Januar 2008)

Hallo,
ich bin Dina, eine vierjährige Golden Retriever Hündin. Ich will ich kurz schreiben wie meine Zweibeiner zum Barfen kamen.
Zeit meines Lebens hatte mein Frauchen mich mit Trockenfutter versorgt. Wie ihr sicher wisst, ist Trockenfutter nun nicht das Gelbe vom Ei. Und somit schmeckte es mir häufig überhaupt nicht.
Mein Frauchen war richtig verzweifelt, da ich das Trockenfutter von der Haut auch nicht vertrug. Dies äußerte sich mit ganz stumpfem und strohigem Fell und auch mit Schuppen. Und für eine Dame wie ich es bin, ziert sich so etwas gar nicht. Das kratzte wirklich ungemein an meinem Selbstbewusstsein. Es ging so weit, dass sich an meinem Schwanz ein großes Ekzem bildete, welches wieder mit dem Trockenfutter zu tun hatte. Das juckte wie verrückt, und man kann es ja auch nicht in Ruhe lassen, also musste ich dran knabbern. Die Quittung bekam ich dann auch. Ab zur Tierärztin, sie ist ja privat lieb und nett, aber in ihrem Job als Tierärztin mag ich sie nicht so wirklich und so stand ich voller Angst bei ihr im Behandlungszimmer. Erst rasierte sie mir die Stelle kahl, um dann eine Salbe aufzutragen. Bäh, die schmeckte überhaupt nicht, aber wenn es hilft. Einen Versuch war es wert.
Zu Hause angekommen, musste sich mein Frauchen wieder neue Gedanken zum Futter machen. Das einzige Trockenfutter, welches ich gut vertrug, war unheimlich teuer geworden, innerhalb von einem Jahr war der 15-Kilo-Sack von 52 Euro auf 70 Euro angestiegen. Mein Gott, mir standen die Haare zu Berge. So etwas kann es doch nicht geben. Mir flogen fast die Ohren weg, als ich hörte, wie mein Frauchen darüber schimpfte.
Ich kann mein Frauchen verstehen, dass sie nicht so viel Geld für ein Futter ausgeben möchte, welches dazu nicht immer verfügbar ist. Man bekommt es zu kaufen, aber mitunter gibt es Wochen, da bekommt man es gar nicht und muss lange warten, bis es wieder lieferbar ist. Und ich finde, das rechtfertigt nicht den Preis.
Tagelang surfte mein Frauchen durch das Internet auf der Suche nach dem perfekten Futter für mich. Im Grunde blieb sie erfolglos. Bis sie auf einer Seite landete, wo es sich um das Barfen drehte. Alleine nur vom Zuhören, was mein Frauchen da vorlas, tropfte mir schon der Zahn. Aber mein Frauchen war da leider nicht so wirklich von begeistert. "Rohes Futter für meinen Hund", hörte ich sie sagen, "das ist doch 'ne Schweinerei, so etwas." Hmm, so leicht ließ sie sich also doch nicht überzeugen. Aber aus irgendeinem Grund bestellte sie sich diverse Bücher zum Thema B.A.R.F. und surfte im Internet auf Seiten, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Dies ließ mich natürlich wieder hoffen, doch einmal in den Genuss dieses tollen Futters zu kommen.
Heimlich still und leise erstellte mein Frauchen einen Futterplan und bestellte Futter für mich. Tja, ich habe nichts mitbekommen, da es mir dann doch wichtiger war, die Zeit im Bett zu verbringen.
Einige Tage später klingelte es an der Tür und der Postbote brachte ein großes Paket. Große Pakete bedeuten in der Regel Futter für mich. Das hieß für mich, nicht von Frauchens Beinen zu weichen in der Hoffnung, es könnte für mich etwas abfallen. Dies Mal aber war alles etwas anders. Es waren alles kleine Pakete und diese räumte sie in den Tiefkühlschrank. Beleidigt verzog ich mich wieder auf meine Kuscheldecke ins Schlafzimmer.
Was ich natürlich nicht wusste war, dass mein Frauchen mir ein paar Hühnerhälse und etwas Rindfleisch auftaute.
Am nächsten Morgen war es dann soweit. In der Küche roch es sooo lecker nach Hühnchen aber große Hoffnungen, dass es für mich wäre, machte ich mir nicht. Aber man konnte es ja mal mit betteln versuchen. Gesagt getan, aber mein Frauchen blieb hart dabei. Dann auf einmal nahm sie meinen Futternapf und legte die Hühnerhälse rein. Ich konnte mein Glück kaum fassen, endlich bekam ich Fleisch und Knochen! Ich schlang alles sofort runter, denn ich konnte es kaum glauben, dass es wirklich für mich war.
Mittlerweile hat sich das Schlingen gelegt, denn ich bekomme solches Futter jetzt täglich. Meiner Haut und dem Fell tut das Futter richtig gut, endlich keine Schuppen und kein strohiges Fell mehr. Dem Barfen sei Dank, dass ich jetzt im Schlemmerland angekommen bin. Sicher, hier und da, was Obst angeht, habe ich auch meine Abneigungen aber im Großen und Ganzen esse ich alles, was mir in den Futternapf kommt. Und ich habe das Futter von Anfang an sehr gut vertragen.
Die Freunde und Bekannten von meinem Herrchen und Frauchen haben durchweg positiv auf den Futterwechsel reagiert. Naja, einige sagen zwar, es wäre toll aber sie würden es ihren Vierbeinern nie geben. Andere haben schon umgestellt. Hier und da kamen auch Reaktionen wie: "Rohes Fleisch, nicht gekocht??? Das ist doch aber schädlich für den Hund." Und wie schädlich das Futter ist, sieht man ja an mir! Seitdem mein Frauchen barft, geht es mir besser, nicht nur was Haut und Fell angeht. Ich habe einfach viel mehr Elan dadurch.
Mein Rat an alle Herrchen und Frauchen da draußen: Beschäftigt euch mit diesem Thema, tut eurem Vierbeiner etwas Gutes, ihr werdet es nicht bereuen!
Liebe Grüße,
Eure Dina
