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Wie ich zum Barfen kam
von Dirk Hungenberg

Seit mehr als zwanzig Jahren halte ich Hunde und dachte bisher immer, meine Hunde optimal mit Trockenfutter zu ernähren.

Mit meinem ersten Hund dürfte ich meinem Tierarzt so manchen Urlaub finanziert haben und diese ständigen Tierarztbesuche ließen mich dann irgendwann stutzig werden. Ewig hatte mein Hund stumpfes, glanzloses Fell, Besserung trat nur beim Futterwechsel ein, und dann auch nur für kurze Zeit. Ekzeme waren mir nicht unbekannt. Meine Hunde waren nie die großen Fresser und ich musste allerlei tricksen, damit sie überhaupt ihren Napf leerten.

Diese Situation empfand ich als höchst unbefriedigend. Ich begann, mich näher mit dem Thema Barf zu beschäftigen. Im Internet gab und gibt es einiges an Informationen darüber. Leider auch vieles, das jeder Grundlage entbehrt.

Dann hatte ich das Glück, dass eine Hundesportlerin mir von ihren Erfahrungen mit Barf erzählte und ganz begeistert war. Zu dieser Zeit hatte ich gerade einen Welpen bekommen und ich muss ganz ehrlich gestehen, ich hatte Bedenken, nun einfach so mit Barfen anzufangen, zu unterschiedlich waren die Informationen im Internet und die Angst bei mir, bei einem so jungen Hund Fehler zu machen. Ich sprach auch mit einer Tierärztin einer großen Futterhandelskette, welche mich noch mehr verunsicherte. Sie sagte mir, dies sei eine veraltete Methode Hunde zu füttern und jeder Wolfshalter würde, wenn er dies finanzieren könne, seinem Hund Trockenfutter geben.

Im Nachhinein war mir klar, dass diese Aussage der Tierärztin so ziemlich daneben war, denn die Wolfsforscher und Halter barfen nicht, weil die Kohle fürs Trockenfutter fehlt, sondern weil sie ihre Tiere artgerecht ernähren wollen. Ich sprach hier mit dem Halter eines Wolfsgeheges und dieses Gespräch bestärkte mich in dem Verlangen, meine Tiere natürlich und ausgewogen zu ernähren. Dieses kleine Beispiel über die Fütterungsmethode von Wolfshaltern war eigentlich der Hauptgrund für mich, mit dem Barfen anzufangen. Hinzu kam das Wissen, dass das, was ein Hund an Vitaminen und Spurenelementen braucht, nicht jeden Tag konstant zugeführt werden muss. So ist es ja bei uns Menschen auch nicht, wenn wir uns nicht gerade von Fastfood ernähren. Daher noch mal meinen Dank an die Tierärztin, welche mich eigentlich erst auf die richtige Fährte setzte. ;-)

So also kam ich zum Barfen und fing an, meinen Hund mit Rohkost zu ernähren. Hilfe bekam ich in vielen Foren, hier noch mal Dank insbesondere an das Gesundehunde-Forum und die vielen Ratschläge von Barfern.

Anfängliches Unbehagen verfliegt schnell, wenn man sieht, wie Hunde sich auf Rohfutter stürzen. Zu Anfang war ich sehr vorsichtig mit fleischigen Knochen, aber nach einer Gewöhnung von wenigen Wochen war auch dies kein Problem mehr. Nach einer wirklich kurzen Zeit, sah man Veränderungen, die Hunde wirkten insgesamt vitaler. Barf ist sicherlich kein Allheilmittel und auch diese Form der Fütterung wird aus Ihrem Hund nicht plötzlich einen kraftstrotzenden gesunden Hund machen. Aber es ist unbestreitbar die natürlichste Form der Ernährung und trägt dem Verdauungsapparat Rechnung. Die geringen Kotmengen waren und sind heute noch erstaunlich für mich, sie sind ein sicheres Zeichen, dass viel von dem Futter verdaut wird.

Als einzige Zusätze verwendete ich natürliche Öle und eine Seealgen-Kräuter-Mischung. Diese ist reich an Kalzium und der Hund erhält alle natürlichen Mineralstoffe und Spurenelemente, die er benötigt.

 

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